Basorexia - Hungrig nach Küssen

sandra
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art
Anne Sorrentino über die schönste Nebensache der Welt.
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"Ein Kuss ist ein oraler (lat. os, oris „Mund“) Körperkontakt mit einer Person oder einem Gegenstand. Die wissenschaftliche Erforschung des Kusses nennt man Philematologie. Es werden sowohl physiologische als auch soziale und kulturelle Aspekte des Küssens erforscht.


Der Kuss gilt in vielen Kulturen als Ausdruck von Liebe, Freundschaft und Ehrerbietung. Die Bedeutung des Kusses, insbesondere des in der Öffentlichkeit entbotenen Kusses, ist jedoch kulturell unterschiedlich. In der westlichen Kultur ist der Kuss meist Ausdruck von Liebe und Zuneigung; häufig auch als Bestandteil sexueller Betätigung." (Wikipedia)

 

Wir sind es doch irgendwie alle, hungrig nach Küssen. Kaum eine andere Handlung oder Geste ist eindeutiger und doch so individuell wie ein Kuss zwischen zwei Menschen. Wenn der eigentliche Ursprung des Kusses in der Tierwelt der vorgekauten Nahrungsweitergabe zwischen Müttern und ihren Kindern liegt, so sind wir doch froh, dass uns dieses erspart bleibt und wir damit einfach nur unserem Gegenüber unsere Zuneigung zeigen möchten. Der Kuss bedarf keiner Worte und sagt dennoch so viel aus und ist in seiner Vielfalt nicht nur eine universale Ausdrucksform zwischen zwei Liebenden. Wenn mir nicht jedes Mal ein Gerichtsbeschluss ins Haus flattern würde, in dem mir untersagt wird, mich bestimmten Menschen nicht mehr auf weniger als 100m zu nähern, hätte ich in meinem Leben auf offener Straße bestimmt schon viel mehr Leute geküsst. Die Künstlerin Anne Sorrentino zeigt uns in ihren Videos, dass sie offenbar auch sehr gerne küsst. Und viel, wie man sehen kann. An diesen beiden praktischen Beispielen demonstriert sie uns, wieviel Kunst eigentlich in so einem Kuss steckt und wie unterschiedlich sie sein können, je nach Chemie zwischen den beiden Menschen oder der momentanen Stimmungslage. Und auch wenn dieser von den jeweiligen Menschen vielleicht unterschiedlich interpretiert wird, so ist es immerhin die Bereitschaft, diesen einen besonderen Augenblick mit einem Mitmenschen, den man mag, zu teilen und für einen kleinen Moment alles um sich herum vergessen zu lassen. 

 

Und wer küsst mich jetzt?

 

 

    AUTHOR:
    SANDRA OLYSLAGER

    Die verbale Inkontinenz.

    Mal angenommen, man müsste Sandra in einer Sendung wie „Ruck Zuck“ beschreiben, die Leute würden ihren Vordermann anticken und Sachen sagen wie „intellektuell exhibitionistisch und fuckin' emotional“, man würde sofort erraten wer hier gemeint ist. Seit bereits drei Jahren treibt sie sich im Internet als Bloggerin herum und hat es bisher nicht einen Tag bereut.