Magazine Watch: Päng!

sandra
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Für die Wirklichkeit gibt es keinen Ersatz.
Bilder: paengmagazin.de

In meinem Hamburger Lieblingscafé Herr Max hielt ich es das erste Mal in den Händen, das Päng-Magazin. Das Cover, welches aus recyceltem Papier besteht,  fühlte sich außergewöhnlich gut an und ich bemerkte gar nicht, wie sich meine warme Tasse Früchtetee in Eistee verwandelte, weil ich mich sofort mit vollster Hingabe diesem Heft widmete. Kein Wunder, denn Päng! ist voller liebevoller Illustrationen, wunderschönen Fotografien und Bastelanleitungen, die jedes noch so triste und vom Alltag infizierte Leben kunterbunt machen. Was für uns gut ist, kann für euch nicht schlecht sein, deswegen sprach ich mit den Pängstern aus Stuttgart und weil sie so toll sind wie ihr Magazin selbst, standen sie uns Rede und Antwort und erzählten uns etwas über ihren turbulenten Alltag und ihre geheime Vorliebe für Britney "Bitch" Spears.

 

 

Sandra:  Von der Grundidee bis zur ersten Ausgabe: wie ist das bei euch abgelaufen und wie lange hat es gedauert, bis ihr eure erste Ausgabe im Kiosk in den Händen halten konntet?

 

Päng!:  Ab dem Zeitpunkt wo klar war – wir machen das – hatten wir ein halbes Jahr bis zum Erscheinen. In der Zeit haben wir tausend Dinge gemacht, die wir a) noch nie gemacht haben und b) keinen blassen Schimmer hatten, wie das alles zu schaffen sein soll :) Päng! gab es bisher nur als theoretisches Konzept. Ich hatte meine Abschlussarbeit darüber geschrieben. Nach der Abgabe ging es darum zu überlegen, was man mit diesem fertigen Konzept macht: Ab in die Schublade und bewerben, zusammen mit einem großen Verlag, der weiß wie es geht, herausbringen oder wahnsinnig sein und selber machen. Uns war schnell klar: Wenn Päng! so werden soll, wie wir es uns vorstellen – dann geht nur wenn wir selbst reinhauen. Und dann ging der Marathon los: Artdirektorin Cathrin finden, Redaktionsteam zusammenstellen, Mediadaten erstellen, Website aufbauen, Heft planen, Spot drehen, Crowdfunding nutzen, Anzeigen akquirieren, Vertriebspartner auswählen, Lektoren suchen, Bekanntmachungsaktionen planen, Heft zusammenbauen, ab in Druck damit, Releaseparty organisieren, Hefte von der Druckerei geliefert bekommen, jeden einzelnen eintüteln und ab in die Post damit. Das Ganze von der WG aus, mit Meetings in Cafes, bei irgendwem zuhause oder via Skype...

 

Sandra: Was war das für ein Gefühl?

 

Päng!:  In der Zeit gingen einem täglich tausend unterschiedliche Gefühle durch Kopf und Bauch. Begeisterung über diese krasse Eigendynamik, die sich von Beginn an entwickelt hat. Absolutes Durchdrehen beim Sehen der ersten Ergebnisse („Wow – das wird wirklich ein Heft“). Nervenzusammenbrüche ohne Ende bei den ganzen Entscheidungen, die getroffen werden, Nachtschichten, die eingelegt werden mussten, die Verantwortung zu fühlen, weil da plötzlich ne Menge Leute mit im Boot saßen. Kriegt man das alles hin? Wir saßen den ganzen Winter dran. Als wir die Druckdatei wegschickten war der erste sonnige Tag. Und als dann die ersten fertigen Hefte aus der Druckerei haben und wir die in den 3. Stock hochgehieft haben fielen uns gefühlte 100 Steine vom Herzen: Für das Baby, was da lag, hatte sich alles gelohnt. Durch die Entscheidung Päng! ohne großen Verlag im Rücken aufzuziehen, müssen wir alle so wahnsinnig reinhauen. Aber das Feedback, was wir dafür bekommen, macht alles Wert.

 

 

Sandra:  Wer steckt denn jetzt genau hinter Päng! und wie viele Menschen sind an einer Ausgabe beteiligt?

 

Päng!:  Zum Kernteam gehören: Josephine (Herausgeberin und Chefredakteurin), Cathrin (Artdirektion), Eva (Marketing), Alex (Vertrieb), Stephanie und Kerstin (Redaktion), Antonia (Grafik), Catharina, Franziska und Ulla (Lektorat), Rene (Buchhaltung und IT), Patrick (Website). Allgemein stecken hinter Päng! noch über 20 andere Leute, die geholfen haben Päng! mit aufzubauen und ohne deren Hilfe es nie zum fertigen Heft gekommen wäre. Und dann natürlich die Zauberer, die das Heft füllen: Unsere Autoren, Fotografen und Illustratoren, die alle weit verstreut sitzen.

 

Sandra:  Welche Musik läuft dabei im Hintergrund, wenn ihr an einer neuen Ausgabe herumwerkelt?

 

Päng!: Haha. Tagsüber im Büro läuft Radio. Wenn einer ein tolles Lied gefunden hat schreit er laut und dreht es auf. Ansonsten hat jeder so seine speziellen Motivations-Songs – da wird’s aber sehr persönlich :) Wenn Cathrin und ich uns das Wochenende vor Druckabgabe einschließen, um das Editorial zu schreiben, das Coverbild auszusuchen und den letzten Feinschliff zu machen laufen 3 Lieder Schleife – beim letzten Mal waren das Asaf Avidans „Different Pulses“, Emeli Sandes „Next to me“ und loogisch Britneys „Gimme more“  :)

 

 

Sandra:  Haha die Britney, ein bisschen Trash muss ja auch mal sein. Was, denkt ihr, mögen die Leute an eurem Magazin?

 

Päng!: Hmmm. Wir bekommen sehr oft zu hören, dass die Leute mit Päng! eine wirklich gute Zeit haben. Dass sie plötzlich wieder mehr Sachen machen, die ihnen Freude machen, für die sich lange vorher keine Zeit mehr genommen haben. Letztens meinte eine Leserin: „Die Päng! sagt mir nicht, wie man zu leben hat, sondern das ich zu leben habe.“ Wir hören sehr oft, dass das Heft erfrischend ist, „quer und frei“ denkt. Cathrin bekommt viele Komplimente für ihre liebevolle Gestaltung. Wir denken, dass man dem Heft im positiven Sinne anmerkt, dass kein großer Verlag dahinter steckt. Wir arbeiten redaktionell unabhängig von Werbepartnern und wollen dem Leser nichts verkaufen. Das ist für viele glaub ziemlich erfrischend.

 

Sandra:  Kaffee oder Tee?

 

Päng!: Kaffee. Finally! Das war ein Act mit der Maschine... sie ist klein, rot, dampft und blinkt ziemlich oft. :)

 

Sandra: Habt ihr noch ein paar Schlussworte für uns und unsere lieben Leser?

 

Päng!: Früüüüüüüüüüühling! Endlich! Wir sitzen in den letzten Zügen am neuen Heft und können es nicht mehr abwarten, es euch zu präsentieren. Am 04. April heißt es „Bühne frei“ für unser Frühlingsheft Päng! No. 04. Alles News dazu erfährt man auf unserer Facebook-Seite.  <3

 

 

Und quasi als Sahnehäubchen auf der Torte gibt es ein tolles Überraschungspaket frisch aus der Päng!-Redaktion und um das abzustauben...

 

1. Werdet Fans von Supreme Mag auf FACEBOOK.


2. Schreibt uns eine Mail mit dem Betreff „Päng!“ an hallo (at) suprememag.tv

 

Die Gewinner benachrichtigen wir am Freitag, den 15.03.13 per Mail. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Wir drücken euch die Daumen und fettes Dankeschön an die Pängster!

 

    AUTHOR:
    SANDRA OLYSLAGER

    Die verbale Inkontinenz.

    Mal angenommen, man müsste Sandra in einer Sendung wie „Ruck Zuck“ beschreiben, die Leute würden ihren Vordermann anticken und Sachen sagen wie „intellektuell exhibitionistisch und fuckin' emotional“, man würde sofort erraten wer hier gemeint ist. Seit bereits drei Jahren treibt sie sich im Internet als Bloggerin herum und hat es bisher nicht einen Tag bereut.