Sieben Sachen: Haute Couture

Robert
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oder: die Kunst des Kleidermachens.
style.com

„New day, new designer. Whether it's love or war you're outfitting for, thank god for friends and fashion." Dieses Zitat, eines meiner Liebsten im Übrigen, aus der Serie Gossip Girl (S03E21) begleitet mich jeden Tag. Es ist eine Art Mantra, das uns diesmal nach Paris führt. Die Haute Couture Fashion Shows sind vorbei und machen den Laufsteg frei für eine lange Reihe an prêt-à-porter Schauen rund um den Erdball von Paris bis nach New York, Mailand und London.

 

Doch bevor dies passiert, lassen wir hier die 7 schönsten Kollektion Revue passieren und erweitern die sonst so grammatikalisch korrekte Range um ein paar „uuuuuhs" und „oooohs" und natürlich auch „aaaaaahs".

Haute Couture ist etwas Atemberaubendes, das viele Menschen aus Unwissenheit oftmals abtun als Kleidung, die man nicht tragen kann. Dabei symbolisiert sie die Kunst, Dinge zu erschaffen, zu kreieren, die oftmals aus einem Traum entstehen, undenkbar zu sein scheinen und dann doch, wenn sie umgesetzt sind, so inspirativ, emotional und einfach nur schön anzusehen sind.

 

eins. Vionnet. Um ehrlich zu sein, habe ich beim Anblick dieser Kollektion fast geweint. Ich habe fünf Minuten gebraucht, um zu mir zu finden und Lily sofort zu schreiben, dass sie sich diese Kollektion unbedingt ansehen muss. Und auch sie hat sich in die Einfachheit, die simple Eleganz und die Natürlichkeit der Farben (von Koralle bis Wüsten & Savannengelb) verliebt. Wie ich. Nur wahrscheinlich weniger emotional und übertrieben.

 

 

zwei. Giambattista Valli. Repräsentiert die Queen B's der High Society - elegant, elitär und dabei nicht davor scheuend, Farbe zu bekennen. Smaragdgrün, Kornblumenblau, Yves Klein Blau, Pink und Zitronengelb werden mit einem zarten Weiß oder einem starken Schwarz geblockt, um Details und Stoffen noch mehr Ausdruck zu verleihen. Um es in Valli's Worten zu sagen: „They're bad characters. They've got morning-after hair, and they've thrown on their haute couture to run around in it the next day." And so these bitches do.

 

 

drei. Elie Saab. Klassisch, elegant und einen Hauch Braut, so kann man Elie Saab's Kollektionen immer treffsicher beschreiben, auch ohne sie davor gesehen zu haben. Trotz einer regelrechten Redundanz, die in der Mode eigentlich eher als langweilig gilt, muss man Herrn Saab lassen, dass seine Kreationen immer ein visueller Hochgenuss sind. Saison um Saison um Saison. Da verzeiht man Wiederholungen und gibt sich einem Meer an Oranza, Organdi, Seide, Stickereien und formschönen Haute Couture Kleidern hin. Vor allem, wenn diese in einem Ombré aus Violett, Citrin, Kornblumenblau und Koralle aufeinander treffen.

 

 

vier. Valentino. Die Ode an La Traviata konnten wir nicht nur in der Eröffnung der Valentino Show, sondern auch an Katy Perry beim diesährigen Grammy Award sehen. Und damn sah sie darin gut aus. Der Rest der Kollektion ist nicht nur in der Welt der Oper und dem Ballett zu Hause, sondern inspiriert sich sehr stark an der Tierwelt: In gesetzten, zurückhaltenden Farben interpretieren die Designer Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli die Fauna vom Schwan bis zur Schlange, vom Tiger bis zum Elefant und vom Löwen bis zum Pfau.

 

 

fünf. Alexandre Vauthier. Dass Haute Couture nicht vor nackter Haut zurückschreckt, beweist uns Alexandre Vauthier mit seinen umtriebigen Amazonen. Leichte, fließende Stoffe; rockige Accessoires und ein Hauch Eleganz von einer anderen Art, als sie bei Elie Saab oder Christian Dior zu sehen sein würde. Attitude, Bitch. Der atmosphärische Vibe aus Sonne, Strand und Bohemian Rapsody spiegelte sich vor allem in einem Spiel aus langen Fransen, geflochtenen Leder- und aufwendigen Edelsteindetails wider. So würde ich gerne mehr Frauen sehen: stark, selbstbewusst und in Haute Couture.

 

 

sechs. Christian Dior. Seit Raf Simon der Creative Director bei Christian Dior ist, muss ich sagen, dass mir die Kollektionen noch oft zu sehr nach Jil Sander aussehen, als nach Dior und seiner historischen Entwicklung. Die Geschichte, die Traditionen, die Werte und die Designansätze, die ich gerade in John Gallianos Arbeiten so verehrte, fehlen mir hier in ziemlich allen Ausführungen. Und dennoch bin ich nicht nur intrigued, sondern auch sehr daran interessiert zu sehen, wie Christian Dior durch Simon eine neue, tragbare, zugängliche Richtung findet und sich mit neuem Charakter etabliert — fern ab von Galliano und fern ab von verstaubt wirken. Hier heißt dies: „It's not about stillness, not about the couture pose." Es geht um Bewegung, Weiterentwicklung und den Körper als architektonischen Raum wahrzunehmen.

 

 

sieben. Bouchra Jarrar. Nachdem das Label nun vom Chambre Syndicale de la Haute Couture von der Gastmietgliedschaft zum offiziellen Mitgliedsstatus upgraded wurde, kann es für Bouchra Jarrar erst richtig losgehen. Unter dem Motto: "I have birds", gab es eine Kollektion, die in natürlichen Braun- und Schwarztönen mit Sapphirblauen Akzenten erstrahlte. Und, die mit Swarovski Crystals versehen wurde, um der eleganten, simplen Kollektion ein wenig schwarzen Bling einzuhauchen. Einfach Schnitte, elegante Silhouetten und ein Hauch Red Carpet Flair machen diese Kollektion zu einem echten Highlight bei den diesjährigen Haute Couture Shows.

 

 

Und welche Kollektion war euer Favorit?

 

XO—R

    AUTHOR:
    ROBERT RJ SCHERMANN

    Versteht nur Prada.

    Dies jedoch fließend, neben Burberry und VOGUE. Seine Texte entstehen immer in spontanen Situationen und zumeist auch bei Alkohol. Mode ist für ihn kein Wort, sondern ein Lifestyle, eine Entscheidung, die man lebt und atmet. In diesem Sinne gibt es für ihn, neben der Eroberung der Welt, vor allem ein Ziel – die Chefredaktion der amerikanischen VOGUE.