Musicwatch: Luca Vasta

laura
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Die Dame im Inteview.
Bilder via PR

Ihr Debütalbum "Alba" ist seit einigen Wochen auf dem Markt. Die Tour gerade zu Ende. Und wir sind seit den ersten Tönen ziemlich verknallt in die bezaubernde Luca Vasta. Ihr poppiger Sound, der so manches mal mit Einschlägen des Snythie-Pop daherkommt, geht vom Ohr direkt ins Herz. Mal möchte man aufspringen und einfach nur wild tanzen, dann sich wieder melancholisch im Sessel zurücklehnen und um sich herum die Welt vergessen. Sowieso scheinen die 11 Tracks des Albums die gesamte Bandbreite der menschlichen Gefühle zu versammeln, ohne dabei aber dem Kitsch zu verfallen. 

 

Wer VIVA noch im Free TV empfing, dem dürfte die Wahlberlin vielleicht bekannt vorkommen. Dort arbeitete die nämlich einst als VJ und präsentierte damals noch die Musik anderer oder moderierte sie ihre eigene Sendung Vasta TV, die uns, ehrlich gesagt, doch ein wenig zu wild war. Doch diese Zeiten sind zum Glück vorbei, denn die Bühne passt eindeutig besser zu Luca. Das weiß man spätestens, wenn man sie live gesehen hat... Die Dame ist nämlich nicht nur besonders hübsch anzusehen, sondern hat eben auch stimmlich so einiges auf dem Kasten, aber davon überzeugt ihr euch am Besten selbst. Außerdem schreibt sie ihre Songs selbst. Kein Wunder also, dass sie für "Alba" schließlich Olaf Opal und Matthias Biermann von (The Notwist) verpflichten konnte. 

 

Uns hat Luca jetzt im Interview Rede und Antwort gestanden, zu ihrer Musik, den Tücken und Freuden des kreativen Arbeitens und zu ihren italienischen Wurzeln:

 

 

Liebe Luca, dein Debütalbum – das meine Kolleginnen und ich im Übrigen sehr grandios finden – ist vor Kurzem erschienen. Die Tour neigt sich dem Ende zu. Wie fühlt sich das alles an?

Erstmal vielen Dank, das freut mich sehr !!

Seit meinem Album Release ist so wahnsinnig viel passiert und eigentlich bin ich nur noch unterwegs. So richtig kann ich das noch gar nicht verarbeiten, aber es ist auf jeden Fall ein tolles Gefühl, die eigenen Songs auf der Bühne zu spielen. Bei einem Konzert in Berlin hat jemand in der ersten Reihe bei jedem Song mitgesungen, da wurde mir bewusst: Jetzt ist meine Musik für alle da. Das ist schön. 

 

Das erste Album ist eine große Sache. War das manchmal schwierig für dich? Hattest du das Gefühl, dass auf dir manchmal ein unglaublicher Druck lastet?

Ja das war schwierig. Ich hatte oft das Gefühl, dass meine Melodien und Texte nicht gut genug sind und dass ich niemals fertig werde. Dann habe ich meistens mit befreundeten Musikern geredet die mir bestätigten das dies völlig normal sei und daraufhin hab ich weitergemacht. Im Nachhinein hört sich das alles so einfach an, aber das war’s nicht, ich wollte in regelmäßigen Abständen alles hinschmeissen.

 

Wie viel steckt von dir persönlich in den Songs?

Die Inhalte meiner Lieder haben natürlich mit meinem Leben zu tun, aber ich mag es auch mir Geschichten auszudenken. Ich merke andererseits auch, dass es mir leichter fällt Songs zu schreiben, wenn es in meinem Leben gerade eher turbulent zugeht. Das ist dann wahrscheinlich so eine Art Problem-Bewältigungstherapie.

 

Wie bist du eigentlich zur Musik gekommen?

Zuhause haben wir immer sehr viel gesungen und Musik gemacht. Mit 14 habe ich angefangen Texte zu schreiben und habe mir Melodien dazu ausgedacht. Ich hab das dann so Kassettenrecorder mäßig aufgenommen und natürlich gehofft, dass ich irgendwann einmal in einem richtigen Studio einen Song aufnehme.

 

Gibt es andere Musiker, die dich in deinem Sound beeinflusst haben? Und mit wem würdest du gern einmal zusammen auf der Bühne stehen?

In der Zeit als das Album entstanden ist, habe ich kaum aktuelle Musik gehört. Ich wollte auf keinen Fall, dass ich mich zu sehr an den Charts orientiere oder irgendeinem Trend hinterherlaufe. Ich habe versucht meinen ganz eigenen Sound zu finden.
Die Bühne würde ich gerne mal mit Chilly Gonzales teilen, ich sitze auf seinem Flügel und wir singen zusammen ... das wäre sicher lustig..


Wer aufmerksam in der großen weiten Medienwelt unterwegs ist, kennt dein Gesicht ja bereits von Viva. Wie kam es damals dazu und wird es da vielleicht ein Comeback geben?

Vor 5 Jahren wurde ich gefragt ob ich Lust habe an einem Casting teilzunehmen. Ich habe zugesagt und den Job überraschenderweise bekommen. Ich hatte eine tolle Zeit bei VIVA aber es wird kein Comeback geben.

 

Und wie war das mit dem Bloggen?

Ich habe schon des öfteren gelesen, dass ich einen erfolgreichen Modeblog habe was leider ein großes Missverständnis ist, denn ich hatte noch nie einen Blog und kenne mich auch gar nicht wirklich mit aktueller Mode aus. :/

 

Wie ich gelesen habe, hast du italienische Wurzeln. Haben diese dich in deinem musikalischen Werdegang in irgendeiner Weise beeinflusst? Und dürfen wir demnächst vielleicht auf den ein oder anderen Song in italienisch hoffen? 

Ich bin mit italienischer Musik aufgewachsen und mich fasziniert noch immer dieses dramatische in der Kompostion und in den Texten. Das hat mich natürlich auch beim schreiben und produzieren beeinflusst. Ich wollte auch das es auf meiner Platte knallt und brennt. Für mein nächstes Album wünsche ich mir ein Orchester. :)

Zur Zeit schreibe ich an italienischen Songs. Wenn sie gut genug werden veröffentliche ich sie auf youtube.

 

Da ich selbst auch italienische Wurzeln habe und weiß wie trubelig dort das Familienleben sein kann, kann ich mir natürlich die (Klischee)-Frage nicht verkneifen. Familienmensch oder Einzelgänger, was trifft eher auf dich zu?

In Gesellschaft ist es viel schöner als alleine. Je lauter desto besser.


Du wohnst aktuell in Berlin. Lieblingsstadt oder wo zieht es dich hin?

Berlin ist faszinierend, aber irgendwann hätte ich gerne ein kleines Häuschen auf Sizilien.

 

In 10 Jahren, wo würdest du dich gerne sehen?

In 10 Jahren habe ich hoffentlich das Häuschen, eine eigene Familie und Schafe im Garten.

 

Und last but not least: Gibt es einen Lieblingstrack auf dem Album und wenn ja, warum?

Take the Gun ist mein Lieblingslied. Ich hatte den Text schon fast fertig, aber ich wusste lange nicht wie die Melodie dazu geht, eines Nachts ist es mir eingefallen, ich hab’s glücklicherweise gleich aufgenommen und der Song war fertig.

 

 

    AUTHOR:
    LAURA SODANO

    Lebe lieber ungewöhnlich.

    Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Was für die einen nach Schizophrenie par Exellence klingen mag, ist für sie selbstverständlich. Die Dame, die mindestens so gerne und schnell redet, wie sie denkt, sprudelt nur so vor kreativem Kopfchaos, von dem ihr Umfeld selten verschont bleibt. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit pointierter Artikulation ihre Waffe. Schokolade ihr Laster. Bei Mode und Literatur setzt ihr Verstand nur zu gerne aus.