MUSIC WATCH: MOLLY NILSSON

sandra
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Pessimismus ist sexy.
Bild via B72.net

Die gebürtige Schwedin und Wahlberlinerin Molly Nilsson singt, dass sie gerade in einer Bar ist und jeden dort hasst. Dann sieht sie einen Typen in dieser Bar wieder, mit dem sie im Vorjahr etwas hatte und wünscht sich, dass der Regen ihr gebrochenes Herz einfach wegspült. Bei den meisten ihrer Zeilen erwischt man sich, wie man zustimmend mit dem Kopf nickt und sich denkt „Oh ja, so fühle ich auch gerade!“ – Grund genug, um dieser Sängerin dann also anerkennende Beachtung zu schenken.

 

Molly Nilsson, eigentlich eine Skandinavierin, hat lange Zeit Jacken im Berghain weggehangen und hatte somit genug Zeit, um das Feiervolk zu analysieren. Wie praktisch, wenn einem die Inspirationen für Songtexte direkt vor der Nase laufen. Nun kann sie mittlerweile selbst die Berghain-Bar füllen, wenn sie dort Konzerte gibt, wo sie lediglich von einem CD-Player mit einer bemerkenswert schlechten Qualität begleitet wird. Mittlerweile ist sie für den sonst eher Techno-affinen Tanzschuppen dort so etwas wie eine Ikone. Zu recht, denn die Dame mit dem markanten Haarschnitt inkl. Platin-Blondierung ist authentisch und zieht sofort jeden in ihren Bann.

 

 

Mittlerweile hat Molly Nilsson schon fünf selbstverlegte Alben vorzuweisen, mit ihrem letzten Werk, dem im Jahr 2009 erschienendem Album "These Things Take Time" gelang ihr der sogenannte Durchbruch und ermöglichte ihr, dass sie mittlerweile europaweite und ausverkaufte Konzerte gibt. Trotzdem ist sie noch ein echter Geheimtipp, weil der Hype glücklicherweise noch nicht Überhand genommen hat.

 

Wer sich von Molly Nilsson live überzeugen will, der kann das am 02. Oktober im King Georg in Köln und am 08. Oktober im Berliner Ausland tun. Hier geht's lang für weitere Show-Termine!

 

 

    AUTHOR:
    SANDRA OLYSLAGER

    Die verbale Inkontinenz.

    Mal angenommen, man müsste Sandra in einer Sendung wie „Ruck Zuck“ beschreiben, die Leute würden ihren Vordermann anticken und Sachen sagen wie „intellektuell exhibitionistisch und fuckin' emotional“, man würde sofort erraten wer hier gemeint ist. Seit bereits drei Jahren treibt sie sich im Internet als Bloggerin herum und hat es bisher nicht einen Tag bereut.