Moviewatch: Lose your Head

sandra
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über das Suchen, Finden und Verlieren.
via moviepilot

Wie Tausende anderer Touristen reist auch der junge Spanier Luis, der von dem Schauspieler Fernando Tielve gespielt wird und bekannt ist u.a. aus dem Film Unmade Beds, im Sommer nach Berlin, um dort als frisch gebackener Single in der deutschen Hauptstadt ein unbeschwertes Wochenende zu verbringen. Die Berliner Partyszene zwischen Ostkreuz, Oberbaumbrücke und Alexanderplatz eignet sich da bestens um den Trennungsschmerz zu vergessen, die Nacht zum Tag zu machen und neue Freunde zu finden. So lernt auch Luis die verschiedensten Persönlichkeiten kennen: das abgebrühte Berliner Partygirl Grit, den geheimnisvollen und illegal in Deutschland lebenden Ukrainer Viktor sowie die Griechen Elena und Kostas, die verzweifelt nach ihrem verschollenen Bruder suchen, der nach einem Clubbesuch spurlos verschwand. Diesem sieht Luis zum Verwechseln ähnlich und mit allen Details, die nach und nach über sein Verschwinden bekannt werden, gibt es auch umso mehr Parallelen zwischen den beiden Jungs. Der Wochenendtrip, der eigentlich unkompliziert und unbeschwert werden sollte, wird zu einer atemlosen Hetzjagd durch das sommerliche Berlin, bei der Luis immer weniger zwischen Realität und Paranoia unterscheiden kann, was nicht zuletzt an den verschiedensten Drogen liegt, die dabei in seine Hände gelangen. Nach kürzester Zeit verliebt er sich in den Ukrainer Viktor, es stellt sich allerdings schnell heraus, dass er eine wichtige Rolle bei dem Verschwinden des Griechen gespielt hat. So bekommt es Luis mit der Angst zutun und versucht durch seine Beziehung zu Viktor mehr über den verschollenen Jungen herauszubekommen, um Elena und Kostas bei ihrer Suche zu helfen, nicht zuletzt aber auch um die Unschuld von Viktor zu beweisen, damit seinen Gefühlen für ihn nichts mehr im Wege stehen. 

 

 

Für Jugendliche in ganz Europa ist Berlin momentan das beliebteste Reiseziel. Neue Hostels schießen aus dem Boden, die Clubs haben nie geschlossen, niemand fragt warum man dort ist. Der Film Lose your Head setzt sich mit dieser boomenden Partyszene auseinander und beschreibt das einzigartige Lebensgefühl zwischen Großclubs, illegalen Raves und verlassenen Industrieruinen und bildet die perfekte Atmosphäre für einen Psycho-Thriller, dessen Geschichte inspiriert ist von der wahren Geschichte eines jungen Portugiesen, der nach einer Nacht im Berghain spurlos verschwand und dessen kopflose Leiche erst Monate später in der Spree gefunden wurde. Im Film geht es allerdings nicht um die Fakten dieser wahren Begebenheit, sondern über die Reize und Gefahren des anonymen Großstadtdschungels und den schmalen Grat zwischen Rausch und Realität.

 

Darsteller: u.a. Fernando Tielve; Marko Mandic; Sesede Terziyan
Regie: Stefan Westerwelle; Patrick Schuckmann
FSK: ab 16 Jahre
Länge: 99 Min. (1 Std. 39 Min.)

 


 

    AUTHOR:
    SANDRA OLYSLAGER

    Die verbale Inkontinenz.

    Mal angenommen, man müsste Sandra in einer Sendung wie „Ruck Zuck“ beschreiben, die Leute würden ihren Vordermann anticken und Sachen sagen wie „intellektuell exhibitionistisch und fuckin' emotional“, man würde sofort erraten wer hier gemeint ist. Seit bereits drei Jahren treibt sie sich im Internet als Bloggerin herum und hat es bisher nicht einen Tag bereut.