MBFWB | Sissi Goetze SS14

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fashion
Von Dandy-Zweiteilern und Schuljungen-Kappen.
Fotos: Yannic Pöpperling

Wie ihr wisst, waren wir fünf SM-Mädels der ersten Stunde vergangene Woche auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Das heißt für diese Woche: Recap! Olé Olé. Wir werden uns in den kommenden Tagen also intensivst mit den gesehenen Kollektionen beschäftigen und viel Lob, aber auch viel Kritik äußern. Immerhin sagen auch wir nicht zu allem "Ja und Amen." - auch wenn es manchmal doch so scheint, als seien wir zu schnell zu überzeugen. Sind wir keineswegs. An den Stellen, an denen es so wirkt, ist höchstens mal wieder unser weiblicher Hang zu überschäumenden Gefühlen mit uns durchgegangen.

 

Apropos, unsere Gefühle im Zaum halten mussten wir direkt schon am ersten Tag der Modewoche. Und das ausnahmsweise nicht nur, weil wir von den Kleidungsstücken von Sissi Goetze so angetan waren. Sissi Goetze ist eine Berliner Designerin und macht Männermode. Heißt im Umkehrschluss für ihre Präsentation: Männermodels so weit das Auge reicht. Da geriet manchmal sogar die Mode in Vergessenheit, weil man irgendwie doch eher an den Augen dieses oder jenes Herren hängen geblieben ist. Nun aber genug, immerhin waren wir ja zum Arbeiten dort. Da "Professionalität" quasi unser zweiter Vorname ist, haben wir uns dann jäh von den Models losgerissen und uns einzig und allein auf die Mode konzentriert. Denn diese war auch nicht von schlechten Eltern.

 

 

 

 

Minimalismus trifft Gentlemen trifft Ferien auf Satlkrokan. Die klassischen Schnitte der Karottenhosen und knielangen Shorts tun sich mit den geradlinigen, teilweise auch etwas voluminöser ausfallenden Hemden, Blousons und Mäntel zusammen und ergeben ein Bild, das sich zwischen Schuljunge und modernem Dandy bewegt. Farben wie Lindgrün, helles Orange und Meeresblau sorgen für die nötige Portion Sommerlichkeit, während Schwarz einen willkommenen Kontrast setzt. Diese Farbtöne werden allerdings nicht wild miteinander, sondern mit Weiß oder Schwarz kombiniert. Maximal zwei Farben trägt Mann also am Leib, am besten Jacke und Hose Ton in Ton. Deswegen erinnern alle Kombinationen auch an klassische Zweiteiler. Kappe auf den Kopf und schwarze Lackschuhe angezogen und schon ist der Look fertig. Zurückhaltend und schmucklos sieht das Ganze aus, für den ein oder anderen sicher auch sehr langweilig. Wir mögen diese unangestrengte Lässigkeit aber wirklich gern und würden alle Sachen für unsere bessere Hälfte direkt vom Fleck wegkaufen, wenn wir könnten. Hier waren wir also wieder begeistert? Oh ja. Der perfekte Start für unsere MBFWB-Recap-Reihe! 

 

 

 

 

    AUTHOR:
    LOLA

    Modemädchen durch und durch.

    Minimal Chic und New Sports ist ihr Metier, über Normcore und andere Phänomene der Mode kann sie nickend Romane erzählen und trotz Totalausfall beim Anblick der neuesten Laufstegbilder und Lookbooks ist die Dame nicht auf das Köpfchen gefallen. Lola liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.