KREMPEL DER WOCHE: DER BACHELOR

lari
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gossip
aka Bitchelor.
© RTL / William Kaas

Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, was ich zu einem TV-Format wie dem Bachelor sagen soll. Ich hätte genauso gut ein kurzes Video drehen können, in dem ich mir mit einer imaginären Knarre den Kopf wegballere. Nothing more to say. Allein das Konzept dahinter ist doch vollkommen Banane: Mehr als 20 Frauen, die um einen einzigen Kerl buhlen und sich teilweise derartig anbieten, dass es abartig ist und verboten gehört. Ich frage mich auch einfach, wie verzweifelt oder fernsehgeil die Damen sein müssen, um bei soetwas mitzuwirken. Es ist ja angeblich so, dass sie den Bachelor noch nie zuvor gesehen haben und absolut nichts über ihn wissen. Aber hat man nicht für gewöhnlich bestimmte Ansprüche an einen potentiellen Partner? Ich würde meinen Jahresurlaub oder meine Semesterferien niemals für jemanden opfern, den ich NULL kenne und wohlmöglich noch denken, dass derjenige, den ich in einer solchen Show kennenlerne, der Mann meines Lebens ist. Wie naiv kann man denn bitte sein? Irgendwer muss die Trullas da mal wachrütteln. Oder prügeln.

 

"Soetwas hat ein Mann noch nie für mich getan." Ein Satz, der in dieser Sendung schon öfter gefallen ist. Traurig sowieso und vor allem - häh?! Tausch den "Mann" gegen "RTL" aus und ich stimme dir zu. Der Alltag wird sich nicht in Südafrika in einer riesigen Villa mit Pool und allem möglichen Schnickschnack abspielen. Und es wird auch nicht mehrmals die Woche Helikopterflüge oder Elefantenreiten geben, meine Güte! Natürlich lässt man sich von sowas beeindrucken, aber man muss auch echt mal von seiner rosa Wolke runterkommen und auf dem Teppich bleiben. Und zwar nicht auf dem roten. Aber die Frauen schaffen es wohl ziemlich gut sich einzureden, dass es immer so besonders bleiben wird, weil er ja ganz anders ist als andere Männer. Am Ende holt einen die Realität eh ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Und zwar so hart, dass man meist mitten auf der Fresse landet und eine blutige Nase davonträgt, die eine 10er Packung jungfräulicher Taschentücher flugs tiefrot einfärbt.

 

Dem Bachelor selbst kann man die ganze Geschichte nicht einmal verübeln. Die Frauen wissen ja, worauf sie sich eingelassen haben. Oder auch nicht. Die ersten stellen schon Besitzansprüche und ziehen Eifersuchtsszenarien ab. An seiner Stelle würde ich mich sehr ähnlich verhalten. Wieso denn auch die Katze im Sack kaufen, wenn da einfach mal 20 Weiber sind, die dir allesamt schöne Augen machen? Und mit Augen meine ich Brüste. Dabei sollte es doch eigentlich Trost und Hoffnung genug sein, dass es noch Männer in "freier Wildbahn" gibt, auf die sich nicht gleich 20 resignierte Single-Zicken pro Penis stürzen...

 

    AUTHOR:
    LARI BERLIN

    Torture the Artist.

    Schreiberei, Musik, Mode, (analoge) Fotografie, Literatur und Kunst sind die Protagonisten in Laris kunterbuntem Kosmos. Das Mädchen, mit dem in die Wiege gelegten Künstlernamen und einer Obsession für exzentrische Persönlichkeiten à la Ian Curtis oder William S. Burroughs, ist ein wahres Charakter Kid, das es liebt, sich selbst zu verwirklichen.