JAHRESRÜCKBLICK 2013 | LARI

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Rock & Roller Coaster.

2013. Bekanntermaßen ist die 13 eine Unglückszahl. Das Jahr hätte also schon mal rein theoretisch gar nicht gut werden können. Wobei die 13 eigentlich meine persönliche Lieblingszahl ist. Oder sowas ähnliches. Zum Beispiel nehme ich, wenn ich Halsschmerzen habe, immer 13 Tropfen Meditonsin. So antithetisch wie meine Einleitung schon anfängt, so war im Endeffekt auch das gesamte Jahr. Auf der einen Seite habe ich wahnsinnig viel erlebt: Ich habe mein Abitur, das ich auf dem zweiten Bildungsweg gemacht habe, erfolgreich bestanden, bin innerhalb Münsters zum dritten Mal umgezogen, habe den Modezirkus und die Festivalsaison mitgenommen, etliche Konzerte und verschiedene Städte besucht und mit dem Beginn des Studiums und einem Nebenjob ein neues Kapitel meines Lebens aufgeschlagen. Das alles waren die durchaus positiven Aspekte des Jahres, die jedoch von Selbstzweifeln, Verzweiflung, Zukunftsängsten, kurzzeitiger "Obdachlosigkeit" und tiefer Trauer durch einen schweren Verlust durchbrochen wurden. Es hat sich viel verändert und wahrscheinlich habe auch ich mich verändert. Bin (zwangsweise) wohl ein Stück weit erwachsener geworden ohne es wirklich zu wollen. Peter Pan-Syndrom ahoi! Beenden will ich meine Vorbemerkung dennoch gerne mit einem Zitat von Oscar Wilde, welches ich mir von nun an täglich und immer wieder zu Gemüte führen werde: "Um meine Jugend wiederzuerlangen, gibt es nichts, was ich nicht tun würde, außer Leibesübungen, früh aufzustehen, oder ein nützliches Glied der Gemeinschaft zu werden." Word.

 

Januar

Neues Jahr, neues Glück oder so. Genauso wie jetzt habe ich mir auch im Januar 2013 eingeredet, dass es nur besser werden kann. Teils wurde es das auch und teils alles andere als das. Immerhin war vor einem Jahr richtig Winter und man konnte tolle Fotos im Schnee machen. Besonders mit der Ausstattung meiner Minolta SRT-100X, die sich als wahres Schnäppchen und beste Anschaffung des Jahres entpuppte.

 

Februar

Im Februar erfreute ich mich an meiner hübsch geschmückten Wahlheimat Münster und machte das volle Kulturprogramm mit. Kunstausstellungen und eine Lesung von meinem liebsten Dirk Bernemann. Na gut, die Lesung war im März, aber eine Aufzählung klappt nunmal nicht mit nur einem Punkt.

 

März

Einen "beruflichen" Kurztrip in die Hauptstadt, wo es megariesige und genauso leckere Veggie-Burger en masse und für lau gab, ein Tocotronic und ein Motorama Konzert, hielt der dritte Monat des Jahres für mich bereit. Die Monate mit den Konzerten sind sowieso die besten. Mit Abstand.

 

April

Der April drehte sich um Baldrian Perlen und Enten, die allesamt zu meinen treusten Begleitern wurden. Lernerei und Prüfungsvorbereitung erforderten die Trockenextrakte aus Baldrianwurzel zur Nervenberuhigung und das zwischenzeitliche Entspannen am Hafen vor der Haustür, bei dem mir lediglich die Enten Gesellschaft leisteten. Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente....Gans!

 

Mai

Nachdem ich den ganzen Stress erfolgreich hinter mich gebracht hatte, gönnten Sandra und ich uns einen kleinen Urlaub in London und statteten auch Brighton noch einen kurzen Besuch ab. Im Londoner Koko ließen wir uns mit Beats von XXYYXX und Slow Magic beschallen. Der Mai war für mich der tollste Monat des Jahres. Zumal es mich auch noch nach Hamburg zog, um die Beach Fossils endlich live zu sehen. Und die Night Beats im Gleis 22 waren auch ganz großartig! Und neue Farbe kam ebenfalls unter die Haut. Wenn auch nur schwarze.

 

Juni

Mitte des Jahres zog ich aus meinem kleinen Appartement aus und war bis Ende Juli erstmal obdachlos und zog kurzfristig wieder bei Mutti ein. Was wirklich weniger schlimm war, als es sich anhören mag. Viel schlimmer waren die WG-Castings. Dennoch verbrachte ich möglichst viel Zeit in Münster und nutze die Sonnenstrahlen am Kanal, Hafen und auf dem Aasee aus, während es konzerttechnisch Fenster in Münster und Bonobo in Köln auf die Ohren und Augen gab.

 

Juli

Der Juli war wieder vollbepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen. Zunächst Highlife auf der Fashion Week in Berlin und das erste richtige Zusammentreffen aller fünf SM-Girls und nur zwei Wochen später das Melt! Festival mit Acts wie King Krule, Woodkid und DIIV. Höhenflug galore!

 

August

Die Festivalsaison zog sich bis in den August, wo die alltäglichen Sorgen auf dem Dockville zu Künstlern wie Haim, TEED, Austra und Foals weggetanzt wurden. Münster hatte mich zudem auch endlich wieder und so ließ ich mir am Hafen die Sonne ausgiebig auf den Bauch scheinen.

 

September

Ich mag es mir ab und an selbst kleine Herausforderungen zu stellen. Weil es mal wieder an der Zeit war, ernährte ich mich kurzerhand den September über vegan und hab wohl noch nie so viel und so gut gekocht wie in diesen vier Wochen. Kann ich jedem nur ans Herz legen. Die letzten warmen und freien Tage wurden viel in der Natur vebracht, bevor der Ernst des Lebens wieder losgehen sollte. Aber erstmal bestaunte ich noch Motorama und A Place To Bury Strangers live. Wenn schon, denn schon.

 

Oktober

Im Oktober hielt nicht nur der Herbst Einzug, sondern auch zwei neue Kapitel in meinem Leben. Ich wagte mich an Versuch Nummer 2, was die Studiererei betrifft und bekam einen Job in einem Second Hand Laden für Platten, CDs, Filme und co. Alles zusammen ist zwar ziemlich stressig, aber macht auch mindestens genaus viel Spaß.

 

November

Bis auf einen erneuten Wochenendtrip nach Hamburg, gab es im November eigentlich nichts besonderes. Das Konzert von Savages in der schönen Hansestadt viel leider ins Wasser und dafür musste ich zusehen, dass ich mich regelmäßig um 8 Uhr morgens in der Uni über Wasser hielt.

 

Dezember

Dass mein Studium aber auch seine schönen Seiten hat, beweist der Dezember. Von der Kunstgeschichte aus ging es (schon wieder) nach Hamburg, wo wir uns gleich zwei Ausstellungen anschauten. "Dionysos - Rausch und Ekstase" im Bucerius Kunst Forum hat mir persönlich besonders gut gefallen. Was für ein cooler Gott ey! Trümmer boten mir das letzte Konzert des Jahres und neben Weihnachten und Silvester (wo verbrachte ich das wohl? Haha.) stand auch noch Sandras und mein Geburtstag auf dem Plan, der mit vielen tollen Leuten ganz wunderbar verlebt wurde. Tja, und so flugs sind 365 Tage ins Land gezogen. Auf die nächsten!

 

    AUTHOR:
    LARI BERLIN

    Über Umwege ans Ziel.

    Schreiberei, Musik, Mode, (analoge) Fotografie, Literatur und Kunst sind die Protagonisten in Laris kunterbuntem Kosmos. Das Mädchen, mit dem in die Wiege gelegten Künstlernamen und der Obsession für exzentrische Persönlichkeiten, ist ein wahres Charakter Kid, das es liebt, sich selbst zu verwirklichen.