Haar-Trend: Micro Bangs

laura
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Ja zum extra kurzen Pony?

Wenn es um meine Haare geht, bin ich normalerweise ein waschechter Feigling. Zu oft bin ich unfreiwillig (!) Opfer diverser Haarexperimente – oder sagen wir besser allzu kreativer Friseure – geworden. Selbst habe ich mich nämlich ohnehin nie wirklich an Tönung, Schere und Co. getraut. Umso grausamer, wenn der vermeintliche Profi einem für viel Geld dann die Mähne versaut. 

 

Da gab es z.B. das eine Mal, an dem ich — damals noch ein experimentierfreudiger aber naiver Teenager — unbedingt rote Haare wollte. Am Ende verließ ich mit Aubergine auf dem Kopf und Tränen in den Augen den Friseursalon. Ähnlich endete das Ganze auch, als ich ein paar Jahre später ein warmes Dunkelbraun auf dem Kopf wollte. Was auch immer damals schief gelaufen ist, mit einem Mal waren meine Haare fast Schwarz und ich habe tagelang geheult. Sicher sind versaute Haare kein Weltuntergang und grundsätzlich ist ja immer alles eine Frage der eigenen Perspektive. Doch wir haben nun einmal alle unsere eigene Eitelkeitsgrenze und meine hörte spätestens an dem Punkt auf, als andere mich mit dem Satz begrüßten: „Ohje, du siehst aber blass aus! Bist du krank?“ (Merke: Sehr helle Haut und fast schwarzes Haar funltionieren nur bei Schneewittchen und Dita von Teese. Alle anderen lassen besser die Finger davon.)

 

Inzwischen läuft die Dame wieder glücklich mit langer blonder Wallemähne herum, die zwar etwas mehr Volumen vertragen könnte, aber im Großen und Ganzen genau das darstellt, womit sie morgens entspannt in den Spiegel schauen kann. Und damit wäre es alles gut, wenn sich nicht seit Kurzem immer wieder der Gedanke nach einer Veränderung einschleichen würde. Vor allem eine Sache hat es mir aktuell nämlich ganz besonders angetan: Der Micro Bang, auch bekannt als extra kurzer Pony.

 

 

Leinwandheldinnen wie Carey Mulligan in "An Education", Audrey Tautou in "Die fabelhafte Welt der Amelie" oder Audrey Hepburn generell sehen damit noch ein wenig verträumter aus, eine Angelina Jolie extra spleenig. Eine Penélope Cruz fügt sich damit wiederum bestens in jeden Almodóvar-Film, wohingegen findige Geschäftsfrauen wie Nasty Gal-Gründerin Sofia Amouroso durch den straighten Minipony noch einmal eine Extraportion Coolness abbekommen. Gleiches gilt übrigens auch für diverse Bloggerdamen wie Nike Jane, die erst kürzlich wieder zur Schere gegriffen hat.

 

 

Bleibt die Frage, soll ich mich trauen? Ja zum Micro Bang, oder besser beim überlangen Brgitte Bardot-Pony bleiben. Denn mal ehrlich: Mami hatte mir in jüngster Kindheit längst einmal einen short short Pony geschnitten. Damals war es das Resultat eines missglückten Versuch mir die Matte daheim nachzuschneiden und mein junges Alterego war durch den Prinz-Eisenherz-Cut keineswegs amused. Und selbst wenn das jetzt anders sein würde, wie lange würde das wohl halten. Schließlich kennen wir doch alle die Tücke aktueler Trends. So schnell wie sie kommen, sind sie wieder weg. Und dafür dann die mühevoll gezüchteten Haare opfern oder, noch schlimmer, sich bei jedem Blick in den Spiegel gruseln? Fragen über Fragen... Nur wo bleiben die Antworten?


Der Herzmann hat jedenfalls schon heftig interveniert, der möchte die lange Haarpracht seiner Freundin nämlich so gar nicht fallen sehen. Und so emanzipiert wir alle sind, das Urteil des Liebsten ist uns ja dann doch auch nicht ganz egal. Daher die Frage in die Runde: Machen oder Bleibenlassen? Was haltet ihr vom Micropony?

    AUTHOR:
    LAURA SODANO

    Lebe lieber ungewöhnlich.

    Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Was für die einen nach Schizophrenie par Exellence klingen mag, ist für sie selbstverständlich. Die Dame, die mindestens so gerne und schnell redet, wie sie denkt, sprudelt nur so vor kreativem Kopfchaos, von dem ihr Umfeld selten verschont bleibt. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit pointierter Artikulation ihre Waffe. Schokolade ihr Laster. Bei Mode und Literatur setzt ihr Verstand nur zu gerne aus.