Goodbye Oscar de la Renta

laura
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Abschied vom Gentlemen des Designs
Bilder via style.com

Wir ziehen den Hut vor einem grandiosen Designtalent. Oscar de la Renta starb gestern im Alter von 82 Jahren in den USA.


Von Jacky Kennedy über Anna Wintour oder Sarah Jessica Parker, bis hin zu Taylor Swift und Amy Adams, Oscar de la Renta kleidete sie alle ein. Und sie alle liebten ihn dafür. Kaum ein roter Teppich der nicht mindestens ohne eine Kreation des Meisters auskam. Sein letzter Coup liegt gerade einmal ein paar Wochen zurück, als niemand Geringeres als Amal Almuddin, die wir inzwischen besser unter dem Namen Miss Clooney kennen, in einem Hochzeitskleid des Designers zum Altar schritt.

 

Bereits mit 15 wusste der Junge, der 1932 in Santo Domingo geboren wurden und zwischen 6 (!) Schwestern aufwuchs, dass er sich den schönen Künsten widmen wollte. Papas unternehmerischs Erbe konnte ihm dagegen gestohlen bleiben. Es zog ihn nach Madrid. Von da an lernte de la Renta bei den Großen. Balenciaga, Lanvin und Elisabeth Arden waren drei Stationen, ehe er in den 1960er Jahren schließlich sein eigenes Label gründete, das heute zu den großen Traditionshäusern für Haute Couture zählt.

 

Traumhaft schwingende und vor allem extravagante Roben, das sind die Markenzeichen de la Rentas, ebenso wie märchenhafte Brautkleider, bei denen man vor lauter Tüll und Spitze aus der Verzückung kaum noch herauskommt. Doch der große Gentlemen unserer Zeit, steht für weit mehr. Als einer der ersten erkannte er seinerzeit das Potenzial von Pret-a-porter und designte tragbare Looks für die Straße. Einige davon haben u.a. den modischen Stil von Sex and the City geprägt.

 

Dass so ein großartiges Talent von der Bühne tritt, ist mehr als nur eine traurige Nachricht. Mit ihm geht ein weiterer Part jener Ära, die für den Zauber der Modewelt Welt stehen. Yves Saint Laurent, Cristóbal Balenciaga, Alexander McQueen: von ihnen allen haben wir uns bereits verabschieden müssen. Es bleibt die Frage, was der Tod des Designers für den Stil des Hauses de la Renta bedeuten wird. Die Frage um die Nachfolge ist jedenfalls schon geklärt: Erst vor wenigen Tagen ernannte Oscar selbst den Designer Peter Copping zum neuen Kreativdirektor. In wie weit dieser in die Fußstapfen des Meisters treten kann, wird sich zeigen.

 

Wir für unseren Teil knicksen vor einem Gentlemen, der es wie kaum ein anderer verstand, das Feminine einer Frau zu betonen ohne ihre wilde Seite dabei zu verstecken. Goodbye Oscar de la Renta!

 

 

 

 

 

    AUTHOR:
    LAURA SODANO

    Lebe lieber ungewöhnlich.

    Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Was für die einen nach Schizophrenie par Exellence klingen mag, ist für sie selbstverständlich. Die Dame, die mindestens so gerne und schnell redet, wie sie denkt, sprudelt nur so vor kreativem Kopfchaos, von dem ihr Umfeld selten verschont bleibt. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit pointierter Artikulation ihre Waffe. Schokolade ihr Laster. Bei Mode und Literatur setzt ihr Verstand nur zu gerne aus.