FW STOCKHOLM | Tag 2

laura
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Modemarathon, ein Luxushotel & aufblasbare Badetiere

Während wir uns schon mitten im dritten Tag des Modetrubels befinden, haben wir für euch zum Start in den Morgen natürlich den Rückblick des gestrigen Tages parat. Nachdem gestern noch ausgiebig Zeit für Sightseeing, Shopping und allerlei andere Formen der Stadterkundung blieb, stand der gestrige Mittwoch ganz im Zeichen der Fashion Week. 

 

Zuerst einmal hieß es allerdings Abschied nehmen von dem schmucken kleinen Dampfer in dem Mika und ich die letzten beiden Abende genächtigt haben. Wir haben uns für die Woche in Stockholm nämlich auch ein kleines Hotelhopping auf die To Do Liste geschrieben, damit auch die weniger See tauglichen von euch, beim nächsten Besuch ein hübsches Plätzchen zum Unterkommen finden können. Außerdem gibt zumindest eine von uns beiden zu, dass sie eine waschechte Landratte ist und bleibt, die lieber festen Boden unter Füßen und vor allem der Matratze hat. Die andere, würde das, auch wenn es ihr ähnlich ginge, wahrscheinlich ohnehin niemals zugeben, schließlich hat sie noch immer den heimlichen Traum als Seeräuber die Meere entern. Und so salutierten wir am Morgen noch einmal in der frischen Seeluft an Deck, ehe wir vollbepackt von Board gingen, um das wunderschöne Hotel Miss Clara in der Stockholmer Innenstadt zu beziehen.

 

 

 

 

 

Schnell die Koffer abgestellt ging es direkt weiter zur ersten Show. Minna Palmqvist präsentierte im herrlichen Altbauambiente des Bukowski´s in unmittelbarer Nähe der offziellen Fashionweek Location, dem Berns. Was uns dort erwartete, können wir zugegeben, noch immer nicht ganz so leicht in Worte fassen. Während die Kollektion, nunja, sagen wir mal, nicht wirklich unseren ästhetischen Geschmack getroffen hat, waren wir von der kritischen Haltung der Designerin gegenüber Schönheitswahn und Maßkörper ziemlich begeistert. Und so durften wir uns über die Vielfältigkeit weiblicher Erscheinung freuen, egal ob nun auf Körperfülle oder Alter bezogen. Und wenigstens das ist einen erhobenen Daumen wert. 

 

 

 

Zeit für eine kurze Snackpause, wobei die Betonung auf "kurz" liegt, denn schon knapp eine Stunde später hatte die grandiose Carin Wester geladen, leider im knapp 20 Minuten entfernten Bootshaus. Und weil die Sonne ausnahmsweise wieder einmal Lust auf ein kleines Stelldichein hatte, schlenderten wir schwuppdiwupp am Wasser entlang. Irgendwie lässt uns die See hier einfach nicht los. Bei Carin Wester war der Andrang groß und das zurecht, sind wir doch selbst große Fans ihrer Designs. Auch dieses Mal sollten wir nicht enttäuscht werden. Im kommenden Frühjahr/Sommer entführt uns die Dame nach Fernost und präsentiert luftige Schnitte und gedeckte Farben. Dazu aber später mehr. 

 

 

 

 

Nach der Show stolperten Mika und ich dann über die wahrscheinlich schönste Sache dieser Modewoche. Es gibt einen Shuttlebus und wir haben tatsächlich nur knapp 2 Tage gebraucht, um das herauszufinden. Umsonst also die Füße wund gelaufen, von nun an nehmen wir faul auf einem Sitze platz und genießen, umgeben von gefühlt 100 anderen Modemenschen, den Luxus chauffiert zu werden. So auch zur Show von Cheap Monday, unserem heimlichen Highlight des Tages. Ein kleines Schwimmbad im hippen Södermalm hatte man sich als Location für die Show gesucht und wir alle staunten nicht schlecht, als jedem Gast erst einmal ein paar blaue Überzieher für die Schuhe gereicht wurden. Schließlich muss ja alles seine Ordnung haben und das gilt auch für die Modemeute. Also Tüten an und rein in die Schwimmhalle, wo uns nicht nur eine grandiose Show in feinster 90er Jahre Trash-Manier erwartete, sondern auch Models, die am Ende der Präsentation motiviert baden gingen, um im Becken noch mal schnell eine kleine Poolparty steigen zu lassen. Tja, Cheap Monday lässt sich eben immer etwas einfallen. Und das tollste: Wer mochte, durfte sich am Ende eines der aufblasbaren Badetierchen mitnehmen, sodass Mika und ich nun inmitten zweier Flamingos, eines Delphins und einer Giraffe im Hotelbett lungern. 

 

 

 

 

 

 

 

Apropos Hotel, das hatten wir bisher ja noch immer nicht gesehen. Also Zeit, das endlich einmal in Angriff zu nehmen. Und hätten wir bis hierhin noch unsere kleine, kuschelige aber leicht muffige Schiffskabine vermisst, wäre das spätestens jetzt kein Thema mehr gewesen. Neben dem wahrscheinlich freundlichsten Personal, dass ich seit langem in einem Hotel erlebt habe, fanden die beiden Damen sich mit einem Schlag in einem wahren Luxuparadies wieder. Weiße Laken, flauschige Bademäntel, Minibar und ein Riesenbad, hier bleiben garantiert keine Wünsche offen und wir hatten nur noch das Bedürfnis uns ins Bett zu pfläzen und den Tag an Ort und Stelle ausklingen zu lassen.

 

 

 

Und wer jetzt schon neugierig ist, was wir heute so alles anstellen, der folgt uns am besten auf Instagram, um das Ganze praktisch in Echtzeit mitzubekommen. @suprememag.

 

    AUTHOR:
    LAURA SODANO

    Lebe lieber ungewöhnlich.

    Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Was für die einen nach Schizophrenie par Exellence klingen mag, ist für sie selbstverständlich. Die Dame, die mindestens so gerne und schnell redet, wie sie denkt, sprudelt nur so vor kreativem Kopfchaos, von dem ihr Umfeld selten verschont bleibt. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit pointierter Artikulation ihre Waffe. Schokolade ihr Laster. Bei Mode und Literatur setzt ihr Verstand nur zu gerne aus.