CPH FW | Tag 1

lola
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Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck.

Hej da. Zwei der SM-Gurls winken mit strahlendem Sonnenschein im Gesicht und Mövengeräuschen im Ohr aus Kopenhagen rüber auf das südlich gelegene Festland. Mika und ich verbringen die kommenden Tage hier, um von der Fashion Week zu berichten und eine Frage zu beantworten: Was trägt man im Sommer 2015? Zusätzlich gehen wir auf Entdeckungsreise, filtern die schönsten Eindrücke der Stadt, besuchen Cafés, Restaurants, Bars und ausgewählte Sightseeingpoints, um diese dann zu einem City Guide zu komprimieren. Yay. 

 

 

 

Gut gut, richten wir den Fokus wieder auf den gestrigen Tag. Nachdem die Sonne einige Stunden zuvor aufgegangen war und leider nur ein wolkenverhangenes, samtenes Licht in unser Apartment von STAY Copenhagen warf, saßen wir mit Hafenblick und Kaffee in der Hand vor den Laptops. Den Tag wurde langsam eingeläutet, mit dem Duft von Spiegeleiern in der Nase, die kurz darauft in einem der Nachbarapartments verspeist wurden. 

 

Während vorbeiziehende Motorboote und Radfahrer mein Blickfeld streiften, habe ich schon jetzt eine erste Ahnung davon, dass es keinen schöneren, vergnügteren und friedlicheren Ort innerhalb der nächsten Flugstunden geben kann. Dieser Eindruck hat sich wenige Stunden später bis in eine marmorgefasste Doktrin verhärtet.  

 

 

 

Auf der Tagesordnung für Tag Numero Eins stand ein Stadtteil von Kopenhagen, der in allen einschlägigen Städteguides ausgerufen wurde: Nørrebro. Dort wollten wir hin, Porridge in einem Restaurant verspeisen, das nur Porridge serviert (verrückt!); von Shop zu Shop spazieren, Eis essen, uns die tolle dänische Architektur und das skandinavische Interior zu Gemüte führen - und vor allem: Dänen gucken. Die Bewohner der Hauptstadt sind uns nämlich in Sachen Stil, Gepflegtheit und Schönheit einiges voraus. Oh ja. Laufen mir in Leipzig auf der Straße pro Tag maximal zwei rundum schöne Menschen über den Weg, kommen mir in Kopenhagen mindestens zwei mit jeder neuen Ampelschaltung auf dem Fahrrad entgegen. No joke. 

 

 

 

 

Nach der Feststellung, dass Nørrebro nicht gleich Nørreport ist, sondern zwischen beiden Haltestellen wahlweise circa 45 Minuten Fußweg oder mindestens vier komplexere Umstiege (wenn man so fährt, wie wir beide...) bei den zwischengelegenen Haltestellen liegt, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, nächstens genauer auf die Google Maps-Karte zu starren. Diesem Irrtum war eine Planänderung und anschließender Streifzug durch die Innenstadt geschuldet, in der hier und da materielle Liebesgeschichten ihren Lauf nahmen und die dänische Wirtschaft nachhaltig angekurbelt wurde. Nur eine Sandwich-Kaffee-Pause konnte das alles noch schöner werden lassen. 

 

 

 

Angekommen in Nørrebro mussten wir feststellen, dass der nördliche Teil gut als das Kreuzberg Kopenhagens bezeichnet werden kann, während der südliche Teil eher einem Neukölln oder Berlin Mitte nahekommt. Wir sind gelaufen und gelaufen und ich glaube, Mika hat gar nicht gemerkt, wie ich ihr im Geheimen die tägliche Dosis meines persönlichen Fitnessprogramms aufgezwängt habe. Viel zu schöne Straßen, Cafés und Geschäfte lagen vor unseren Füßen, die wir natürlich fleißig für den später folgenden City Guide abgelichtet haben. Von Nørrebro ging es so immer in süd-westlicher Richtung erneut zum Stadtzentrum, wo wir den schönsten Labels noch kurz vor Ladenschluss "Hallo" gerufen haben. Jähe Müdigkeit zog uns kurz darauf zurück zu unserer Residenz, wo einige Zeilen auf den weißen Bildschirm getippt und am Wasser entspannt wurde, ehe einer kurzen, erholsamen Nacht ein sonnenbeschienender Morgen folgte. 

 

 

 

Die Sonne schien, ach, wie sie schien. Nun aber genug der Erinnerungen, Mika und ich stecken gerade mitten in neuen Herausforderungen, denn heute geht es endlich los mit der geballten Ladung Fashion Week - von der aber morgen mehr. Hej Hej. 

 

 

    AUTHOR:
    LOLA

    Modemädchen durch und durch.

    Minimal Chic und New Sports ist ihr Metier, über Normcore und andere Phänomene der Mode kann sie nickend Romane erzählen und trotz Totalausfall beim Anblick der neuesten Laufstegbilder und Lookbooks ist die Dame nicht auf das Köpfchen gefallen. Lola liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.