Beyoncé für H&M

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fashion
Jetzt gibt's die Kampagnenbilder.
Inez van Lamsweerde & Vinoodh Matadin

 

Entweder man mag Beyoncé und kann mit ihr und ihrer Musik etwas anfangen oder nicht. Ein wirkliches Dazwischen gibt es meist nicht und seine Meinung hat man für gewöhnlich bereits mehrere Jahre bzw. ein oder zwei Jahrzehnte zuvor verfestigt, Destiny's Child und ihrer Solokarriere als Sängerin sei Dank. Jetzt macht Beyoncé also auch in Mode und zeigt, dass sie neben ihrem Goldkehlchen und dem sexy Hüftschwung noch mehr drauf hat: räkelnd in der Sonne im knappen Bikini macht sie immerhin auch eine gute Figur. Mehr scheinen uns die Kampagnenbilder ihrer Zusammenarbeit mit H&M vorerst nicht sagen zu wollen. 

 

Man muss dazu sagen: Ich mag Beyoncé. Jawohl, ich mag sie wirklich sehr. Ich mag ihre starke Art, ihre aufdringlichen Kurven, Jay-Z, ihre Musikvideos und ihre musikalischen Kreationen (Ich gebe es zu). Es ist nicht so, dass ich mich sonderlich dafür interessieren würde, was sie so treibt oder dass ihre Songs in Dauerschleife bei mir laufen würden. Allerdings steht Beyoncé für eine Frau, die weiß, was sie will und dass sie gut aussieht, aber nicht perfekt ist. Eine Frau, die ein gesundes, sympathisches Selbstbewusstsein hat und ihre Sexyness einzusetzen weiß. Das allerdings nie billig, sondern mit der gewissen Portion Köpfchen dahinter. Dagegen können Britney, Christina, Rihanna und wie sie alle heißen getrost die Segel streichen.  

 

 

 

Nun habe ich aber die Bilder für H&M vor Augen und bin ernüchtert. Beyoncé sieht klasse aus - aber mehr passiert da auch nicht. Keine Entwürfe, die irgendwie neu und anders wären oder einfach besonders gut aussehen würden. Als Inspiration für die Kollektion diente vor allem Beyoncés eigener Stil, der vor allem eins zu sein scheint: kommerziell. Klar, wir haben es hier ja auch mit H&M zu tun. Dort ein gelber Bikini, da ein schwarzer mit Fransen und dann noch einer mit Muster. Hurra. Oder besser gesagt: wie langweilig.

 

Was meine Kieferknochen beim Gähnen noch weiter auseinandertreibt, ist die Tatsache, dass hier einfach zu arg versucht wurde, die Dame aufreizend in Szene zu setzen. Deswegen wirkt manche Pose hier und da auch etwas zu angestrengt und plastisch. Und überhaupt muss man die Bluse nicht bis zum Bauchnabel aufknöpfen. Auch nicht am Strand oder Pool oder oder oder. Übertriebene Sexyness haben wir an zu vielen Stellen schon zu genüge gesehen, weswegen wir nur noch ein müdes Lächeln über die Lippen bringen. H&M kommt hier lediglich mit noch einer Bade- und Strandmodenkollektion um die Ecke, die auf den ersten und zweiten Blick nichts Neues zu sein scheint.  

 

 

Was jeder für sich dann im Laden davon hält, wird sich ab Mai herausstellen. Ab dann sind die Stücke in den Geschäften und im Online-Shop nämlich erhältlich. Ich persönlich werde mich trotzdem immer ein klein wenig freuen, sollten die Plakate meinen Weg kreuzen: es ist immerhin Beyoncé.

 

 

    AUTHOR:
    LOLA

    Modemädchen durch und durch.

    Minimal Chic und New Sports ist ihr Metier, über Normcore und andere Phänomene der Mode kann sie nickend Romane erzählen und trotz Totalausfall beim Anblick der neuesten Laufstegbilder und Lookbooks ist die Dame nicht auf das Köpfchen gefallen. Lola liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.